Knapper Auswärtssieg – Aufstiegsshowdown ausstehend

Nach einer zweiwöchigen Pause gastierte die 3. Liga-Herrenmannschaft des Tennisclubs Huttwil in Spiez. Da der Tagessieg in dieser vorletzten Interclub-Begegnung der Saison nur mit Mühe errungen werden konnte, teilt sich die Equipe die Tabellenführung vor dem abschliessenden Direktduell nun mit Lawn BE.

Nachdem der Mai sportlich gesehen erfolgreich in die Annalen der Blumenstädter eingegangen war, folgte nach einer zweiwöchigen Pause nun die Auswärtspartie im Berner Oberland, wo die Reprise der Begegnung von vor zwei Jahren in und gegen Spiez stattfand. Mit Blick auf das Niederhorn, aber vor allem auf einen möglichen Aufstieg, nahmen sich die Huttwiler vor, sich mit einem entschlossenen Auftritt eine gute Ausgangslage für die abschliessende Spitzenbegegnung gegen Lawn in Bern zu verschaffen. Viel Zeit zur mentalen Vorbereitung vor Ort blieb nicht, auf der sechs Plätze umfassenden Tennisanlage in Spiez kamen am Sonntagmorgen direkt alle sechs Akteure gleichzeitig zum Zug.

Aufgedreht nach erfolglosem Einstieg in die Einzel

Der Auftakt in das Tagesduell missglückte jedoch. Der sonst souverän aufspielende Nick Jost musste sich von Kopfschmerzen ausbremsen lassen und zog erstmals in dieser Saison den Kürzeren gegen einen abermals sicher auftretenden Herausforderer (3:6, 2:6). Auch Amos Grädel war in seiner Partie auf verlorenem Posten. Sein Widersacher, welcher zu seinen besten Zeiten als R3 klassiert in der Nationalliga C aktiv war, überzeugte nach Strich und Faden und sorgte für den zweiten Huttwiler Verlustpunkt (2:6, 2:6). Die Wende läutete Silas Jaussi in seinem Saisondebut mit seinem 6:3, 6:2-Sieg ein. Auch er lag zu Beginn zwar noch in Rückstand, konnte gegen einen zunehmend fehleranfälligen Spiezer letztlich aber die Oberhand behalten. Ähnlich erging es Joel Lanz in seinem Duell: Ins Spiel starteten die beiden Kontrahenten noch auf Augenhöhe, bis sich die Startnervosität nach dem 1:1 bei Joel legte. In der Folge reüssierte er in allen darauffolgenden Games und sorgte damit für den zweiten Huttwiler Punkt (6:1, 6:0). Anschliessend brachte André Lanz die Gäste erstmals in Führung (6:4, 7:5). Er überzeugte im Vergleich mit seinem Gegner besonders in den Schlüsselmomenten mit der grösseren Nervenstärke – seinem Gegenüber unterliefen zu den denkbar schlechtesten Zeitpunkten in beiden Sätzen matchentscheidende (Doppel-)Fehler. Den abschliessend zu vergebenden Einzelpunkt sicherte sich Tim von Schulthess. In einer Partie mit zahlreichen hochstehenden Ballwechseln musste er sich im ersten Satz noch knapp mit 7:5 geschlagen geben, konnte das Spielgeschehen aber mit Konstanz und erhöhter Fehlerquote seines Gegners völlig umkehren und den zweiten Satz mit 6:1, den entscheidenden dritten und somit das Match gar mit 6:0 zu seinen Gunsten ummünzen.

Zwei klare Entscheidungen und ein Schlagabtausch

In den Doppelpartien legte das Duo Jaussi/Jost weiter vor: 6:1, 6:1 lautete das Verdikt einer klaren Angelegenheit zugunsten der Blumenstädter. Hingegen weniger erfolgreich waren André und Joel Lanz. Sie mussten sich einem stark auftretenden Spiezer Doppel, bestehend aus je einem Links- und Rechtshänder, die beide früher deutlich höher klassiert waren, beugen und sich letztlich verdient, aber nicht ohne Kampf mit 2:6, 2:6 geschlagen geben. In der Abschlusspartie dieses Aufeinandertreffens standen für die Huttwiler von Schulthess/Grädel auf dem Platz. Nach einer starken Startphase konnten sie das Spiel mit dem 6:2-Satzgewinn in die gewünschte Richtung lenken. In der zunehmenden Mittagshitze verliess sie jedoch allmählich die Konzentration, weshalb die Entscheidung nach Satzverlust (1:6) in einem nervenaufreibenden Match-Tie-Break fallen musste. Dieses ging zum Leidwesen der Gäste mit 11:9 an die nervenstärkeren Spiezer.

Krönender Abschluss?

Dem knapp verlorenen Doppel trauerte man aber nicht lange hinterher. Zum einen resultierte immerhin der Tagessieg, zum anderen hätte der eine Punkt mehr keinen Vorteil im Hinblick auf das «Finale» gebracht. Da der ärgste Konkurrent Lawn BE mit 8:1 siegreich über Uetendorf war, stehen die beiden Teams vor dem abschliessenden Direktduell in Bern punktgleich an der Spitze. Da bei Punktgleichheit sowieso das Direktduell gewertet wird, hätte auch bei einem Ein-Punkte-Vorsprung nur der Tagessieg zum Schluss gezählt. Damit ist alles angerichtet für den Showdown um den Aufstieg am kommenden Samstag.